ZURÜCK

"Zarah 47"

"Der eineinhalbstündige Monolog von Peter Lund, dem intelligentesten unter Deutschlands Musicalautoren, entstand bereits 1992, im Stuttgarter Forum-Theater spielt nun Martina Guse die Diva und singt mit ihrer dunklen Stimme die berühmten Songs wie "Yes, Sir!". In der Regie von Maarten Güppertz entsteht das Porträt einer bei aller Faszination gefährlich ehrgeizigen Frau, bewundernswert in ihrer stolzen Verachtung für manipulative Männer, ihrer nüchternen Schnod-drigkeit gegenüber den Mächtigen, aber bemitleidens- und verachtenswert in ihrer politischen Verdrängungskunst, im unbedingten Streben, ein großer Star zu werden. [...] Martina Guse sieht der Leander kaum ähnlich, aber ihre elegante Erscheinung, gepaart mit einer herrischen, oft herablassenden Attitüde malt perfekt das Bild einer Diva, die eventuell nagende Selbstzweifel sofort in zynischer Kritik an den Idioten um sie herum erstickt."
Kultur, Februar 10


"Das spezifisch Leandersche Dröhnen, den herrischen Ton vermeidet Guse. Manchmal parodiert sie Leander mit einem forciert gerollten R, doch sonst singt Martina Guse mit ihrer leicht abgedunkelten Stimme in einem wunderbar klaren Ton, der nüchtern, aber nicht kalt ist. [...] Zarah Leanders Ohrwurm "Ich steh im Regen" interpretiert Guse schön ziehend, ganz zart und zugleich absolut klar. Wundervoll, wie der Klang ihrer Stimme im Laufe des Liedes immer selbstiro-nischer gerät. Und bei ihren letzten drei Liedern, zwei davon sind Zugaben nach heftigem Beifall, hört man nicht mehr Zarah Leander, sondern nur noch die Sän-gerin Martina Guse, den ganz eigenen, sehr berührenden Klang ihrer Stimme."
Stuttgarter Zeitung, 11.01.10



"1947, drei Jahre nach ihrer Rückkehr von Deutschland an ihrem 40. Geburtstag auf den Ansturm der Gratulanten wartend, wird die inzwischen zur Gutsherrin avancierte Künstlerin mit der Erkenntnis konfrontiert, dass ihre Landsleute sie verachten und der Rest der Welt sie vergessen zu haben scheint. Sie verliert sich in Erinnerungen und Rechtfertigungen, die mit steigendem Alkoholpegel immer dramatischer ausfallen. Wie Leuchtbojen weisen sie ihre Lieder durch den diffusen Nebel der Vergangenheit.
Die Guse verkörpert die gleichermaßen schillernde wie gespaltene Persöhnlichkeit der Leander nachvollziehbar und lässt auch deren Selbstzeugnis, eine "politische Idiotin" gewesen zu sein, glaubwürdig erscheinen."
Felix Schmid, Badisches Tagblatt

 

ZURÜCK